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Programm 2012
Ihr Team der LandvolkHochschule Oesede
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Aktuelles aus der LandvolkHochschule Oesede:
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„Glokalisierung“ beschreibt die Zukunft |
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Freitag, den 06. Januar 2012 um 20:23 Uhr |
Landwirtschaftstag an der Katholischen LandvolkHochschule Oesede
Im Jahr 2011 fanden in der Katholischen LandvolkHochschule (KLVHS) Oesede 716 Veranstaltungen mit 28.922 Teilnahmetagen statt. Das seien die höchsten Zahlen seit Bestehen der Bildungseinrichtung, machte Hausleiter Johannes Buß zum Beginn des traditionellen Landwirtschaftstags am 6. Januar 2012 in Oesede deutlich. Am Beginn des neuen Jahres stellte er heraus, dass die Zukunft wohl am besten mit dem Begriff „Glokalisierung“, der Kombination von Globalisierung und Lokalisierung, beschrieben werden könne.
Seinen Dank für über 20 Jahre ehrenamtliches Engagement im Vorstand des Trägervereins der KLVHS richtete Johannes Buß an Josef Kruse aus Emsbüren (Emsland). Josef Kruse war zuletzt Vorsitzender des Trägervereins und hatte im Jahr 2011 nicht wieder für die Position kandidiert.
Das bestätigte Dr. Ludger Schulze Pals, Chefredakteur der Zeitschrift „Top Agrar“ den rund 130 Teilnehmern am Landwirtschaftstag in seinem Beitrag „EU-Agrarpolitik zwischen gestern und morgen“. Schulze Pals hob hervor, dass die Ziele der EU-Agrarpolitik seit 50 Jahren unverändert Bestand hätten. „Nur die Instrumente wechseln“, so der Referent. Die Einkommenssicherung der Landwirte, eine dieser zentralen Zielsetzungen, stelle sich jedoch auch aktuell eher problematisch dar. Die kommenden Jahre würden mit den zu erwartenden Umstrukturierungen in der EU schmerzhafte Anpassungsprozesse für die Landwirte mit sich bringen. Dennoch, so das Fazit von Schulze Pals, bleibe die EU-Agrarpolitik eine „Klammer für Europa und eine Stütze für die Bauern“.
Im Rahmen des Landwirtschaftstages wurde auch die diesjährige Verleihung des „Johannes-Voetlause-Preises“ vorgenommen. Der zum zweiten Mal ausgeschriebene Wettbewerb prämiert besonderes Engagement für und im ländlichen Raum innerhalb der Region Weser-Ems. KLVHS-Leiter Johannes Buß sagte dazu: „Der Preis trägt dazu bei, die Seele des ländlichen Raumes, das ehrenamtliche Engagement, sichtbar werden zu lassen.
Aus über 40 Vorschlägen wählte eine Jury aus Vertretern der Katholischen Landjugendbewegung Niedersachsen, des LandFrauenverbandes Weser-Ems, des Landvolkverbandes Weser-Ems und der KLVHS drei Preisträger in den Kategorien Jugend, Gemeinwesen und Frauen aus.
Den ersten Preis in der Kategorie „Jugend“ erhielt die Katholische Landjugend Lingen-Bramsche. Bereits im Jahr 2006 hatte sie eine „Schule im Freien“ errichtet, in der Schulklassen Teile ihres Unterrichts und Familien lehrreiche Stunden verbringen können, um aus der Natur zu lernen. Der Naturlehrpfad wird seitdem durch die Jugendlichen ehrenamtlich gepflegt. Im vergangenen Frühjahr wurde er um eine Insektenschule erweitert.
Preisträgerin in der Kategorie „Frauen“ ist Annelie Kiesekamp aus Bramsche-Epe. Sie ist eine engagierte Bäuerin, die sich neben ihrer kompetenten Tätigkeit für den landwirtschaftlichen Betrieb auch um die Pflege ihrer Mutter und Schwiegermutter kümmert und jederzeit für Ihre Enkel da ist. Über 25 Jahre lang hat sie junge Menschen erfolgreich in der ländlichen Hauswirtschaft ausgebildet. Viele Jahre öffnete sie ihren Garten im Rahmen der Gartentraumtour und für unzählige Gruppen und Vereine. Seit November 2001 ist sie Vorsitzende des LandFrauenvereins Bramsche und seit 2006 stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Landfrauenvereine im Altkreis Bersenbrück.
In der Kategorie „Gemeinwesen“ geht der Johannes-Voetlause-Preis an eine Rentnergruppe aus Hüven im Emsland, die schon seit Jahren regelmäßig jeden Mittwoch ehrenamtlich tätig ist. Die Gruppe besteht aus 13 Personen, die das Kirchenumfeld sauber halten, Rasen mähen, die Wege auf dem Friedhof fegen, Hecken schneiden und das Pfarrhaus sauber halten. „Dafür bekommen sie keine Diäten oder Managergehälter, sonder machen alles ehrenamtlich“, so Laudatorin Monika Feil von den LandFrauen.
Der umweltpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Martin Bäumer, hob unter der Überschrift „Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft: Ist Greening ein Fortschritt“ hervor, man könne über viele große Dinge reden. Was nicht vor Ort passiere, sei letztlich aber nichts wert.
Martin Bäumer sagte: „Der Verbraucher hat das Gefühl, dass die Landwirtschaft mehr tun muss, wenn es um Nachhaltigkeit geht.“ Vieles werde schon getan, aber es sei ein Problem, dass sich viele Verbraucher inzwischen sehr weit von der Landwirtschaft entfernt hätten. Die meisten wüssten nicht mehr viel davon, was in den Betrieben passiere. „Das ist wohl der Preis dafür, dass heute rund 120 Menschen von einem Betrieb ernährt werden, während es früher nur zehn waren“, so der Landespolitiker.
Prof. Dr. Werner Wahmhoff von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) informierte die Teilnehmern am Landwirtschaftstag über die „Regionalen Wirtschaftskreisläufe in einer globalen Welt. Bis zum Jahr 2050 werde sich die Nachfrage nach Lebens- und Futtermitteln aller Voraussicht nach verdoppeln. Die für die Produktion zur Verfügung stehenden landwirtschaftlichen Flächen seien in ihrer Ausdehnung jedoch in den vergangenen Jahren konstant geblieben. Das sei eine Herausforderung, der man nur durch eine effektive Nutzung technischer Möglichkeiten begegnen könne.
Bei der Frage der Regionalisierung von Wirtschaftskreisläufen im Lebensmittelbereich müsse aber auch bedacht werden, dass Menschen zunehmend nicht dort leben, wo Nahrungsmittel günstig und nachhaltig angebaut würden, so Wahmhoff. Auf lange Transportwege müsse überall dort aus Umweltgesichtspunkten verzichtet werden, wo eine geringe Veredelung der Produkte zutreffe. Beispielsweise nannte der Referent Kartoffeln und Gemüse.
Für eine regionale Vermarktung spreche auch, dass das „Argument der bekannten Herkunft von Produkten“ für die Verbraucher eine immer größere Bedeutung besitze, stellt Wahmhoff heraus. Letztlich könne jeder selbst auch einen großen Beitrag zum Umweltschutz am Ende des Wirtschaftskreislaufes leisten. Wahmhoff sagte: „Wer einen Kilometer mit dem Auto zum Bäcker fährt, um zehn Brötchen zu kaufen, belastet die Umwelt noch mehr als so mancher Zwischentransport.“
Mit dem Landwirtschaftstag startete die KLVHS gleichzeitig ihr Projekt „Trialog“, in dem es darum geht, dass Vertreter von Erzeugern, Handel und Verbrauchern unmittelbar miteinander ins Gespräch kommen. Über einen Zeitraum von zwei Jahren führt die KLVHS rund 20 Seminare durch, die einer besseren Information sowie einer konkreten Vertrauensbildung im Sinne der Nachhaltigkeit dienen sollen. Das Projekt „Trialog“ wird von der DBU finanziell unterstützt. |
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