Dorfgespräch – dialogABEND

 

dialogABENDE bis 2015 im Überblick

Verständnis füreinander stärken

Der ländliche Raum steht kommunikativ vor großen Herausforderungen: Landwirtschaft und Dorfgemeinschaft sind sich angesichts notwendiger Hoferweiterungen, moderner Stallbauten, energiewirtschaftlicher Vorhaben und anderer konfliktträchtiger Themen nicht immer grün. Das Projekt „Dorfgespräch“ möchte die Dialogbereitschaft in den Dörfern fördern. „Es geht darum, neue Anlässe und Gelegenheiten für Gespräche zu schaffen, um den Austausch zwischen Menschen unterschiedlichster Interessenlagen zu fördern“, beschreibt Projektreferent Michael Ripperda den Projektansatz. „Absicht ist es, das Verständnis füreinander und damit die Gemeinschaft insgesamt zu stärken.“

Der dialogABEND ist ein Weg, auf dem das erreicht werden soll. Die Idee: Einzelne Landwirte präsentieren ihrer Dorfgemeinschaft ihren Hof und erklären landwirtschaftliche Wertschöpfung – die sonst abstrakte Landwirtschaft bekommt ein Gesicht! Wer Fragen hat, kann diese direkt stellen und jede und jeder kann mit eigenen Augen sehen, wie in der Nachbarschaft gewirtschaftet wird. Auf diese Weise wächst gegenseitiges Vertrauen – eine gute und wichtige Basis für eine Kommunikation, die auch im Krisenfall gelingt.

Erfolgreiche dialogABENDE wurden unteranderem auf den folgenden drei Höfen durchgeführt:

Auf dem Hof Kaalmink in Großringe fand der erster dialogABEND statt.

Hof Kaalmink 07 08 2013„Es ist schon spannend zu sehen, wie in unserer Nachbarschaft moderne Schweinehaltung tatsächlich aussieht.“ Beeindruckt zeigten sich die über 60 Gäste des ersten dialogABENDS, der auf dem Hof Kaalmink in Großringe in der Grafschaft Bentheim, stattfand. Auf Einladung der Familie Kaalmink und der Katholischen LandvolkHochschule Oesede (KLVHS) ließen sich Nachbarn und weitere Mitglieder der Dorfgemeinschaft durch die Stallungen führen. Ein Expertenteam, unter anderem Landwirt Albert Kaalmink und sein Sohn Gerd, erläuterten die Abläufe auf dem Hof und stellten sich den Fragen ihrer Gäste.

Von der Möglichkeit zu fragen, machten die Gäste der Familie Kaalmink übrigens regen Gebrauch: „Wie viel Zeit verbringen die Ferkel in welchem Stall?“ „Wie viele Tiere werden gemeinsam untergebracht?“ „Welches Futter gibt es wann und wie viel?“ „Wie funktioniert die automatische Fütterung?“ „Was verursacht die häufigsten Störungen?“ Gerd Kaalmink und das Expertenteam beantworteten alle Fragen ausführlich und so, dass Groß und Klein die Zusammenhänge gut verstehen konnten.

Hof Kaalmink 07 08 2013 2Am Ende resümierten Gastgeber und Gäste gleichermaßen: Ein gelungener Abend, an dem alle Beteiligten viel über- und miteinander gelernt haben. Wer eingangs noch ganz links in einer aufgezeichneten Skala vermerkt hatte, wenig über die Landwirtschaft im Dorf zu wissen, platzierte am Ende des Abends seinen Punkt etwas weiter rechts und trug zumindest einige neue Erkenntnisse nach Hause – insbesondere das es den Schweinen in Ihrer Nachbarschaft gut geht.

Überzeugt vom dialogABEND:

„Uns traut man einen respektvollen Umgang mit den Tieren zu, weil unsere Nachbarn wissen, was bei uns hinter den Stalltüren passiert. Ein echter Gewinn durch den dialogABEND!“

Gerd Kaalmink, Groß Ringe

Familie Spellbring öffnet Hoftore

Hof Spellbring04 09 2013 1Rund 100 Besucher fanden sich auf dem Hof der Familie Spellbring in Dörpen ein. Diese hatte zum dialogABEND eingeladen und war von der großen Resonanz positiv überrascht. Mit viel Engagement erklärten die Spellbrings ihren Besuchern, wie sie auf ihrem Hof leben und wirtschaften. Unterstützt wurden sie dabei vom ehemaligen Projektreferent Klaus Ludden und den Mitgliedern des Expertenteams. Neben Milchviehhaltung und Bullenmast konnten sich die Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner auch über die Biolegehennen informieren. Hof Spellbring 04 09 2013Vor allem die Vielseitigkeit des Betriebes und das breite Fachwissen von Johannes Spellbrink beeindruckten. "Dass man das alles schaffen kann, ist für mich unvorstellbar!", äußerten sich gleich mehrere Besucher.

Der gastgebende Landwirt war überzeugt:

„Landwirtschaft braucht Akzeptanz vor Ort – wir hatten mit dem dialogABEND die Chance für unseren Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln zu werben!“

Johannes Spellbring, Dörpen

Eine Familie mit Überzeugung – Hof Hagen

Hof Hagen Barssel 21 07 2014 2Eingeladen zum dialogABEND auf den Hof der Familie Hagen in Barßel waren die Kameraden der Feuerwehr, Freunde und Bekannte der Familie. Die Gäste konnten sich ein Bild von der Haltung von Bullen, Schweinen und Hähnchen machen. Einen Einblick in den Bullenstall gab es direkt auf dem Hof. Offen wurden über alle Themen gesprochen und der Familie war es wichtig alles zu zeigen und zu erklären.

Im Ergebnis kann man sagen: Auf dem Hof Hagen wird sehr bewusst gehandelt. Tiere sollen gut und gesund aufwachsen. Genau wie beim Menschen gilt – Medikamente nur wenn man krank ist. Aus Überzeugung wird der Hof geführt – man macht genau das, was man auch selbst für richtig und wichtig hält. Oft auch über die vorgegebenen Mindeststandards hinaus. Alle Gäste waren beeindruckt von der Philosophie des Hofes und von all den Tieren, die hier gehalten werden. Einig war man sich – hier ist immer viel zu tun!

Hof Hagen Barßel 21 07 2014 4Die Stimme des Landwirts zum dialogABEND:

„Unsere Philosophie ist es sich jeden Tag für das Wohl unserer Tiere einzusetzen. Diese Botschaft konnten wir auf unserem dialogABEND vermitteln – das ist unsere Erfolgsbilanz!“

Eugen Hagen, Barßel

 

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