Dorfgespräch: „Wir reden. MITeinander!“

Modellprojekt fördert Dialog
zwischen Landwirtschaft und Dorfgemeinschaften

Beteiligungsprozesse sind „in aller Munde“. Aber reden die Menschen tatsächlich miteinander statt übereinander? Der ländliche Raum steht kommunikativ vor großen Herausforderungen: Landwirtschaft und Dorfgemeinschaft sind sich angesichts notwendiger Hoferweiterungen, moderner Stallbauten, energiewirtschaftlicher Vorhaben und anderer konfliktträchtiger Themen nicht immer grün. Das Projekt „Dorfgespräch“, initiiert und getragen von der Katholischen LandvolkHochschule Oesede (KLVHS), möchte die Dialogbereitschaft in den Dörfern fördern. „In der Vergangenheit war Kirche der Raum zum Austausch, der in vielen Landgemeinden so aber leider nicht mehr existiert. Daher sind neue Ideen gefragt, um Menschen unterschiedlichster Interessenlagen miteinander ins Gespräch zu bringen“, beschreibt KLVHS-Leiter Johanes Buß den Projektansatz. „Absicht ist es, das Verständnis füreinander und die Gemeinschaft insgesamt zu stärken.“

Im Gespräch bleiben

Dieser „kommunikative Ansatz“ ist beim niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz auf fruchtbaren Boden gefallen. „Unsere Erfahrungen in der Dorferneuerungsplanung zeigen, dass Austausch im Dorf gefragt ist, um die Zukunftsfähigkeit der Dörfer zu sichern“, so Uwe-Heinz Bendig vom Amt für Landentwicklung. Bisher stieß man bei der Unterstützung der Kommunikation aber an Grenzen. Gerade deshalb ist das Projekt Dorfgespräch spannend: Hier erhalten Dörfer eine konkrete Unterstützung. Als Ansprechpartner für landesweite Aufgaben ist Klaus-Dieter Karweik vom LGLN Verden davon überzeugt, dass der Dialog den Dorfentwicklungsansatz der Zukunft bildet. „Das jetzt gestartete Projekt Dorfgespräch kann wichtige Erkenntnisse liefern, wie Leben und Wirtschaften in den Dörfern auch zukünftig im gegenseitigen Respekt gesichert werden kann.“

Unterstützung von außen

Fit gemacht für die Herausforderungen zukünftiger Dorfentwicklung werden Dörfer mit Unterstützung von außen. Unterschiedliche Gesprächsansätze sollen den Dialog und damit das Verständnis zwischen Dorfgemeinschaft und örtlicher Landwirtschaft fördern. Dazu werden die Werkzeuge dialogABEND und dialogPROZESS angeboten. In der Öffentlichkeit treten landwirtschaftliche Themen immer dann in den Vordergrund, wenn Konflikte drohen oder bereits offen entbrannt sind, wie bei Stallbauten oder Biogasanlagen. Das Dorfgespräch will die Gesprächskultur stärken, um Konflikte zu vermeiden. „Nur wer miteinander spricht, kann sein Gegenüber verstehen, ohne unbedingt immer einverstanden zu sein“, beschreibt Klaus Ludden als Projektverantwortlicher die Idee.

Im Rahmen von dialogABENDEN auf einem Hof im Dorf soll landwirtschaftliche Wertschöpfung erklärt und gegenseitige Wertschätzung hervorgebracht werden. Landwirtschaft bekommt ein Gesicht! Der dialogPROZESS bindet das ganze Dorf ein – ausgehend von einer umfassenden Analyse wird im Gespräch die dörfliche Zukunft entwickelt und Verantwortung übernommen. Dorf bekommt einen Charakter!

In den kommenden drei Jahren sollen möglichst viele Dörfer motiviert werden, unter dem Motto „Wir reden. MITeinander!“ eine dörfliche Gesprächskultur zu entwickeln, die es ihnen langfristig erlaubt, ebenso flexibel wie transparent auf aktuelle Herausforderungen zu reagieren und so immer miteinander im Gespräch zu bleiben – auch dann, wenn man nicht einer Meinung ist.

Interessierte Landwirte und Dörfer (Bürgermeister, Ortsräte) erhalten weiterführende Informationen direkt über den Hausleiter Johannes Buß oder Projektreferent Klaus Ludden (Kontakt: 05401-86 68 73). Infos www.klvhs.de/Dorfgespraech

 

DorfgespraechFoto: Pro-T-In


  Lernen im Grünen      
Lernen durch Engagement  Bistum Osnabrück  
     
Copyright 2011 Katholische LandvolkHochschule Oesede - Dorfgespräch: „Wir reden. MITeinander!“. Katholische LandvolkHochschule Oesede
Free Joomla Theme by Hostgator