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Dorfentwicklung in den Köpfen: Projekt „Dorfgespräch“ in Listrup gestartet

Gut 75 Bürgerinnen und Bürger informierten sind bei der Bürgerversammlung in Listrup und brachten Ideen ein. © pro-t-in GmbH

Emsbüren. Alt werden auf dem Dorf, Nahversorgung, Landwirtschaft, Ehrenamt und der Bau und Erhalt von Infrastruktur: Orte wie Listrup stehen vor großen Herausforderungen, damit Lebensqualität erhalten bleibt. Gemeistert werden können diese nur gemeinsam. Das „Dorfgespräch“, begleitet durch die KLVHS Oesede in Zusammenarbeit mit der pro-t-in GmbH aus Lingen, hat das Ziel, die Dorfgemeinschaft miteinander ins Gespräch zu bringen, damit Zukunftsstrategien entwickelt werden können.

Listrup hat diese Chance erkannt und mit der Bürgerversammlung am 28. Februar 2018 den Startschuss gegeben. Gut 75 Bürgerinnen und Bürger informierten sich hier über die Zukunftsfähigkeit Listrups und brachten Ideen dazu ein. Der Ort möchte sich wie bereits viele Dörfer im Emsland und der Grafschaft Bentheim zukunftsfähig aufstellen und holt sich dazu externe Berater. Das klingt wie ein Unternehmensplan, ist aber der vom Landkreis Emsland, dem Bistum Osnabrück und der Caritas unterstützte Versuch, die Gemeinschaft im Ort zu stärken, dem demografischen Wandel und seinen Folgen zu begegnen und vor allem schwelende Konflikte frühzeitig im Dialog zu lösen. „Aus Gesprächen mit den Ortsbürgermeistern und Räten wissen wir, dass die Herausforderungen in den Dörfern genauso erkannt wurden wie die Notwendigkeit, miteinander zu sprechen. Aber genau hier hakt es oft: Wie miteinander reden? Das ist eine oft gestellte Frage“, erklärt Hilke Wiest von der begleitenden pro-t-in GmbH aus Lingen. Die Bedeutung von Gesprächskultur ist ein zentraler Bestimmungsfaktor für die Zukunftsfähigkeit der Dörfer. Das Dorf als Idyll, Mythos, Lebensraum, Wirtschaftsraum und Lebenstraum – hier treffen auf kleinstem Raum Welten aufeinander. Die Absicht des „Dorfgesprächs“ ist es, das Verständnis füreinander und die Gemeinschaft insgesamt zu stärken, mit dem Ziel der Etablierung einer konstruktiven Gesprächskultur.

Dörfliche Gesprächskultur steht im Fokus

Themen dieses breit angelegten Beteiligungsprozesses sind unter anderem die zukünftige Baugebietsentwicklung, Angebote für „Jung“ und „Alt“, Seniorenarbeit in den Vereinen. Die Bewohner werden sich mit Fragen beschäftigen wie „Was kann das Dorf tun?“ und „Was benötigt das Dorf dafür?“. Zum Projekt gehört die Analyse der dörflichen Kommunikationsstrukturen: Welche Gruppen gibt es, was für Wege nimmt Kommunikation im Ort und wer sind die Personen, die verschiedene Gruppen miteinander verknüpfen? Welche Werte werden kommuniziert und wo sind Kommunikationsstörungen erkennbar? Nicht zuletzt sollen auch Lösungen für die erkannten Konflikte gefunden werden. Das Engagement des Projekts zielt auf eine Hilfe zur Selbsthilfe ab, um die Gemeinschaft innerhalb des Dorfes dauerhaft zu stärken.

In einem Dorf wie Listrup schätzen die Bewohner die große soziale Nähe. Deshalb ist es wichtig – wenn „jeder jeden kennt“ – dass man respektvoll miteinander umgeht. Die Herausforderung der zukünftigen Entwicklung im Dorf ist es daher, die dörfliche Gesprächskultur zu beleben.

Der nächste Schritt ist der erste dorfABEND am 24. April 2018, bei dem die Projektideen, die in dem Workshop gefunden und bei der Bürgerversammlung ergänzt wurden weiterentwickelt und erste Verantwortlichkeiten festgelegt werden.

Downloads

Informieren Sie sich über die Hintergründe zum Projekt Dorfgespräch, unter anderem mit folgenden Downloads:

Wenn Sie Interesse an Protokollen, Ergebnissen oder bestimmten Presseartikeln aus der Modellphase haben, wenden Sie sich bitte an:

pro-t-in GmbH
Michael Ripperda (Teamleiter Regional- & Dorfentwicklung)
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Tel.: 0591 / 96 49 43-20